Piekende Federn und zu weiche Matratzen: Bettgeschichten
Jeden Monat fahren ein paar Mitglieder des Schachkreises West zu Schachturnieren in ganz Deutschland und auch ins benachbarte Ausland. Das ist immer eine gute Erfahrung für jeden, man lernt andere Vereine und Menschen kennen, aber auch andere Orte und Betten. Einige von uns haben in dieser Beziehung schon ziemlich schmerzhafte Erfahrungen gemacht und schlaflose Nächte gehabt, sodass sie am nächsten Tag des Turniers ziemlich durchhingen.
Immer, wenn jemand ohne Pokal von einem Schachturnier nach hause kommt, gibt es deshalb die unheimlichsten Bettgeschichten zu hören. Wie viel davon wirklich wahr ist, sei dahingestellt, doch Fakt ist, dass inzwischen jeder schon mal davon betroffen war.
Die lustigste Episode erlebten 2 junge Mitglieder unseres Vereins, als sie zu einem Schachturnier ins Erzgebirge fuhren. Da sie sich allerdings erst in letzter Minute dazu entschlossen, waren alle Hotels und Pensionen schon ausgebucht. Mit viel Glück bekamen sie noch die letzten beiden freien Metallbetten in einer Jugendherberge, die sogar direkt in der Ortsmitte lag und so nur einen Katzensprung vom dortigen Schachverein entfernt war.
Überglücklich bezogen sie ihr Zimmer und waren auf den erste Blick sogar positiv überrascht: eine gemütlich Einrichtung im rustikalen Stil, sogar zwei leuchtende Schwibbögen im Fenster, das überdies mit einem Plissee, wenn auch ohne Schachmuster, ausgestattet war, und eine Toilette war auch im Zimmer vorhanden, was in dieser Art von Unterkunft nicht immer üblich ist. Alles prima, dachten die beiden, bis sie in der Nacht nach dem Turnier müde in ihre Herberge kamen. Denn dann stellten sie fest, dass keine andere Beleuchtung im Zimmer funktionierte, außer den Schwibbögen. Trotzdem fanden sie ihre Betten, nachdem sie sich ein paarmal an den Tempur Systemrahmen gestoßen hatten. Doch an gemütliches Schlafen war nicht zu denken: durch die eine Matratze hatten die Federn bereits Löcher gebohrt und die andere Matratze war in der Mitte so weit durchgelegen, dass man fast auf dem Fußboden aufkam. Außerdem tropfte der Wasserhahn im Waschbecken und jedes Mal, wenn jemand woanders die Klospülung betätigte, rauschte und plätscherte es laut im Badezimmer. Und wenn sich die beiden schlaflos von einer Seite zur anderen wälzten, wurde das ganze noch durch das Quietschen der Metallbetten untermalt. An Schlaf war also nicht zu denken und damit auch nicht an einen Gewinn. Als Trost und Andenken brachten die beiden dem Verein aber einen schönen Schwibbogen mit, der immer im Winter am Fenster unseres Vereinsgebäudes leuchtet.